Ein Kopierschutzsystem, das Raubkopien verhindern soll, sie aber stattdessen fördert - Ubisofts Game Launcher ist ein Debakel nicht nur für die Firma selbst, sondern für die ganze Spielebranche.
Die Siedler 7 , Assassin’s Creed 2 & Silent Hunter 5. All diese Spiele sind an Ubisofts neuen Kopierschutz, den Game Launcher gebunden. Wenn das Internetoder - schlimmer - die Ubisoft-Server ausfallen, dann verweigern die Spiele von einer Sekunde auf die andere den Dienst. Eine kleine Serverstörung, und rund um die Welt fliegen Zehntausende von Spielern gleichzeitig aus Assassin’s Creed 2. So ist es in den letzten drei Tagen mindestens zweimal geschehen.
Für Ubisoft summiert sich die Einführung des Game Launchers zum Image-GAU. In den Foren und Kommentaren lässt die Spielerschaft kaum ein gutes Haar an dem System. Ubisofts »Friss oder stirb«-Strategie erhitzt die Gemüter genauso wie die sparsame Kommunikation des französischen Konzerns. Der massiveServerausfall
vom Wochenende hat neues Öl ins Feuer gegossen. Bei Amazon.de bekam Assassin’s Creed 2 von 273 Kundenrezensionen 231 Mal die niedrigste Bewertung, einen von fünf Sternen. Nicht, weil es ein schlechtes Spiel wäre, sondern allein wegen des Online-Zwangs.
Am schwersten aber wiegt, dass der Ubisoft Game Launcher einen Effekt hat, den man ironisch nennen könnte, wenn er nicht so bedenklich wäre: Lange ist unter Spielern nicht mehr so viel über Raubkopien gesprochen worden – und zwar positiv. Mit unverhohlener Genugtuung meldeten Community-Mitglieder neue Gerüchte, dass der Kopierschutz bereits geknackt sei, jede Neuigkeit aus der Welt der Cracker verbreitete sich blitzartig. Wer noch nie von Crackergruppen gehört hatte, erfuhr nun ihre Namen. Das hatte nichts Anrüchiges mehr, sondern Untergrund-Charme, die Aura des Widerstands.
Wer die Diskussionen verfolgt, der muss den Eindruck gewinnen, dass selbst besonnenen Spielern diese Art von Gesetzesbruch zunehmend als legitime Form des Protests erscheint. Raubkopierer und ihren Erstversorger, die Cracker, dürfen sich nicht nur über stillschweigendes Verständnis, sondern über offenen Zuspruch freuen. Das ist neu. Angesichts der Zumutungen des Ubisoft-Systems glauben viele, sich durch die Nutzung von Raubkopien nicht mehr als Krimineller fühlen zu müssen, sondern als Rebell.
Ausgerechnet das bislang rigideste System zum Schutz vor Raubkopien erweist sich also als Wind in den Segeln der Raubkopierer. Die Franzosen erweisen damit der gesamten Branche einen Bärendienst. Wer jetzt aus Frust über den Game Launcher oder aus schierer Neugierde zum ersten Mal in die Torrent-Ströme und Cracker-Seiten eintaucht, der wird womöglich dort hängen bleiben und zukünftig auch andere Spiele aus der Illegalität beziehen. So schwemmt der Game Launcher ein neues Publikum in die Arme der Szene.
Ubisofts unglücklicher Vorstoß wirft die Sache der Raubkopie-Gegner um Jahre zurück. Die Spielebranche klagt ja nicht nur – zu Recht! – über den immensen Schwarzmarkt, sie bekämpft ihn auch seit Jahrzehnten, und das nicht nur physikalisch, sondern auch psychologisch: Am wichtigsten wäre immer noch, dass die Spieler das Raubkopieren nicht als Kavaliersdelikt begreifen. Sondern einsehen, dass sie damit einen kriminellen Akt begehen, der sie strafbar macht und der gesamten Spielebranche schadet.
Wer in einer Diskussion über den Game Launcher, Assassin’s Creed 2 & Co. derzeit die Meinung vertritt, dass keine noch so kundenfeindliche Politik irgendwem das Recht gibt, eine Raubkopie zu nutzen, der hat einen schweren Stand. Das ist das Schlimmste an Ubisofts Game Launcher. Es ist das Letzte, was PC-Spiele derzeit gebrauchen können.
Bis der neue TS3 Viewer auf der Homepage zu sehen ist kann es noch ein bisschen dauern. Alle Member sollten sich darum kümmern das Programm zum laufen zu bringen damit wir es bald möglichst alle verwenden können.
Ein firmeninternes Memo von Activision belastet die gefeuerten InfinityWard-Manager schwer: Angeblich sollen Sie versucht haben Modern Warfare abseits von Activision ausgerechnet bei EA weiterzuführen.
Die Schlammschlacht zwischen dem Publisher Activision Blizzard und den ehemaligen Infinity Ward-Managern Vince Zampella und Jason West geht in die nächste Runde. Nachdem die entlassenen Mitbegründer desModern Warfare 2 -Machers gestern bekanntgegeben hatten den Publisher wegen ausstehender Tantiemenzahlungen zu verklagen, ist jetzt angeblich ein internes Dokument von Activision aufgetaucht, das West und Zampella schwer belastet. Angeblich sollen die beiden Entwickler versucht haben mit dem Activision-Konkurrenten Electronic Arts zusammenzuarbeiten – was ein klarer Vertragsbruch wäre. Dies berichtet die WebsiteKotaku.com unter Berufung auf G4TV.
Bei Call of Duty 4: Modern Warfare war die Welt für Activision und Infinity Ward noch in Ordnung. So sei Activision derzeit auf der Suche nach jeglichen Dokumenten die Hinweise auf zukünftige Projekte von Infinity Ward, der Gründung eines neuen unabhängigen Entwicklerstudios und Korrespondenz von West und Zampella mit Konkurrenzunternehmen wie EAenthalten. Ob Activision das auch Zampella und West direkt gefragt haben, ist unklar. Trotzdem soll sowohl das geschasste Duo als auch weitere Infinity Ward-Mitarbeiter "in stundenlangen Verhören« in »fensterlosen Konferenzräumen" solange ausgefragt worden sein, bis einigen Angestellten "die Tränen kamen". Das behaupten zumindest die Anwälte der beiden.
Bislang sind all diese Anschuldigungen nicht offiziell vonActivision Blizzard ausgesprochen worden, auch die Echtheit des internen Dokuments ist nicht bestätigt. Bis auf weiteres ist der Vorfall also als Gerücht zu verstehen.
Angeblich habe es schon länger Reibereien zwischen Activision und Infinity Ward über die Marke Modern Warfare gegeben. So soll es ein ständiges hin und her gegeben haben, ob Modern Warfare der Marke Call of Duty zugehörig und damit im Besitz von Activision ist oder als eigenständiges Produkt Infinity Ward gehört. Angeblich soll auch deswegen Modern Warfare 2 lange Zeit von Infinity Ward explizit ohne den Call of Duty-Zusatz im Titel beworben worden sein. Ob West und Zampella also versucht haben sollen, Modern Warfare mit einem neuen Studio abseits von Activision weiterzuführen ist also möglich, bis dato aber nicht bewiesen.